
Bitte
beachte: „schamanische Behandlungen“ sind keine
medizinischen Behandlungen im
herkömmlichen Sinne. Es handelt sich um spirituelle
Behandlungsformen. Ein
Schamane ist in der Regel auch kein Arzt oder Heilpraktiker –
sondern zunächst
ein spiritueller Spezialist. Heilende Auswirkungen auf
körperliche oder
psychische Gebrechen, Leiden oder Krankheiten können im Zuge
einer
schamanischen Zuwendung auftreten. Aber dergleichen kann nicht
garantiert
werden. Die Konsultation eines Arztes, Heilpraktikers oder
Psychotherapeuten
kann und soll also in keinem Fall durch einen Schamanen ersetzt
werden.
Schamanische
Pathologie ist in Grundzügen zunächst einfach.
Einerseits kann dem
Klienten etwas fehlen. Seelenteile oder die Kraft des Schutzgeistes,
Vitalenergie
oder einfach Wissen (auch eine Form von Kraft). Andererseits
kann er auch
zu viel von etwas haben. Dabei setzen sich fremdartige Kräfte,
Geistwesen,
Seelenteile, auch "Geisterpfeile" oder dergleichen im
Seelenkörper Deines Klienten fest1.
Oft genug geht beides Hand in
Hand: Traumatische Erlebnisse können Seelenteilverluste
auslösen. Solche
Kraftverluste hinterlassen im Energiekörper
"Leerstellen", die
Fremdkörpern Platz zum einnisten lassen.
Aufgabe
des Schamanen ist es, solche Eindringlinge zu erkennen und nachhaltig
zu
entfernen. Im Folgenden beschäftigen wir uns mit einigen
Aspekten, wie so etwas
bewerkstelligt werden kann.
Zunächst brauchst Du eine Diagnose. Der Begriff ist schwierig,
weil er
mit konventioneller Medizin assoziiert ist. Ich "darf" diesen Begriff
benutzen,
weil ich Heilpraktiker bin und natürlich auch als solcher
arbeite, wenn ich
Klientensitzungen mache. Ich sehe auch nicht ein, mich da in Begriffs -
Kreationen künstlich zu verbiegen, weil ich für mich
sehr genau weiß, wann ich
von einer schamanischen Diagnose spreche, wann von einer
kinesiologischen und
wann von einer schulmedizinischen – und wie ich diese Arten
von Diagnosen (es
gibt da noch ein paar mehr, wie Du Dir vorstellen kannst) jeweils zu
beurteilen
und gewichten habe. Für Menschen, die weder Arzt noch
Heilpraktiker sind ist
das etwas schwieriger, weshalb gern versucht
wird, dem Wort aus dem
Weg zu gehen. Oder er wird umschrieben in einer Art, die eine
Verwechslung mit
dem üblichen medizinischen Diagnose - Begriff
verhindert.
Es
ist trotzdem interessant, sich kurz mit dem Ausdruck zu
beschäftigen, der
aus dem Griechischen übernommen wurde. "Dia" meint ein
"hindurch", "gnose" ist das "Sehen" oder
"Erkennen". Es ist kaum dran vorbei zu kommen: das "Hinein"
oder "Hindurchsehen" im heilerischen Kontext, um zu erkennen,
was einem Klienten fehlt. Wenn Du also im
schamanischen Bewusstseinszustand einen Blick auf Deinen
Klienten
wirfst, um in sein inneres, seinen "Geist-",
"Energie-" oder "Seelenkörper" zu sehen, dann
diagnostizierst Du damit im eigentlichen Sinne des Wortes. Allerdings
nicht im
heutigen medizinischen Sinne - sondern eben im ursprünglichen2.
Die Diagnose bei der schamanischen Klientensitzung meint auch, dass Du
Dir im Klaren bist über das Extrakt, sprich eine deutliche und
möglichst zweifelsfreie Vorstellung davon hast, weiter, dass
Du
Dir der Auskünfte und Unterstützung Deiner
Verbündeten
dazu sicher bist und im Großen und Ganzen zweifelsfrei bist
bezüglich dessen, was Du tun kannst - und dessen was Du lassen
solltest. Und immer wieder: beim Schamanisieren sind Deine
Schutzgeister, die Verbündeten eine der wichtigsten Instanzen!
Am
besten wird sein, Du vertraust Dich ihnen an und lässt was
möglich ist durch sie erledigen.
In
Seidhvision zeigen sich zu extrahierende
Fremdkörper unterschiedlich3.
Das hängt ab von der eigenen Erwartungshaltung, der Intention,
der Ebene, auf
der Du Deinen Klienten betrachtest, dem Extrakt
selbst usw. Ohne
Verbündete geht natürlich gar nichts und ich
versichere mich immer deren
Unterstützung, bevor ich mich an die eigentliche Diagnose
mache. Dann verschaff
ich mir einen allgemeinen Überblick, das heißt, ich
frage zunächst die
Geister, was für den Klienten getan werden kann und
muss. Wenn ein
Extraktionsproblem im Vordergrund steht kommen erste deutliche Hinweise
bereits
hier. Im Weiteren habe ich mir angewöhnt, gezielt nach
extraktionswürdigen
Fremdkörpern zu suchen. Dafür benutze ich
verschiedene Paradigmen oder Ebenen,
nach denen sich solch ein Energiekörper einteilen
lässt. Wenn Du das
für Dich verwenden willst wird es nicht ausbleiben, Dir dazu
Dein eigenes
Verständnis zu erarbeiten. Ich verwende kurze,
impulsartige Willenssätze,
um zwischen den einzelnen Ebenen "umzuschalten". Solche Ebenen
können
verschiedene aurische Schichten sein, Organe und Organsysteme,
Körperregionen
oder auch das „weitere Lebensumfeld des Klienten“
(wirf mal einen Blick hinter
ihn ...). An der Stelle bringt es meiner Meinung nach gar nichts,
Paradigmen
zur Energiekörper - Anatomie vorzugeben. Ich werde mich also
nicht irgendeiner
esoterischen Meinung bezüglich definierter Energiebenen,
Chakrensystemen etc.
anschließen. Es obliegt Dir und Deinen Geistern, Dir einen
Zugang
zu eröffnen und diesen im Laufe der Zeit und mit
wachsender Erfahrung
auszubauen. Frag sie!
Bei
diesen Impulsen halte ich mich nicht allzu lange auf. Ich gehe
zügig die
verschiedenen Ebenen durch, ohne mir groß Zeit zum
Nachdenken zu geben. Es
ist auch günstiger, möglichst nicht mit zu vielen
Vorabinformationen an die Diagnose
zu gehen: wenn Dir Dein Klient erzählt, dass er vermutlich
einen Geisterpfeil
von seinem Nachbarn abbekommen hat steigt die Wahrscheinlichkeit, dass
Du sowas
auch entdecken wirst, obwohl das eigentliche Problem ein ganz anderes
sein
könnte. Es braucht einiges an Erfahrung und
Reflektionsvermögen, solchen
Vorprogrammierungen nicht auf den Leim zu gehen und Deine
Diagnose
vorurteilsfrei zu machen.
Bezüglich
Diagnose - Techniken gibt es natürlich sehr viel mehr
Möglichkeiten. Als
Beispiele seien die Inspektion des Kraftplatzes oder der Lebensbaumes
des
Klienten genannt. Du könntest auch die Quelle des
Lebens aufsuchen oder
Dich von Deinen Verbündeten in der Geisterwelt zu einem Ort
bringen lassen, der
Dir Hinweise auf zu
extrahierende Fremdkörper gibt. Innerhalb
der FSS4
wird soweit mir bekannt ist, öfter mit der Tunnel
- Schau
gearbeitet. Dabei werden der Eingang zur Unterwelt und der Tunnel
selbst auf
Fremdkörper untersucht. Bei solchen Techniken kann eine
Weiterbehandlung, zum
Beispiel Reinigung des Tunnels oder dergleichen, direkt angeschlossen
werden.
Die Technik funktioniert hervorragend.
Für
den Anfang würd ich Dir empfehlen, einfache,
überschaubare Grundparadigmen
zu benutzen und diese durch Übung einzutrainieren. Im
Laufe der Zeit wirst
Du Deine Möglichkeiten ausbauen Im Prinzip ist es
zunächst mal wichtig,
dass Du zu einem Gesamteindruck kommst, ein eventuelles Extrakt
möglichst klar
und deutlich identifizieren kannst und auch Deine
Schutzgeister klare
Auskunft dazu geben (wenigstens, dass es sich wirklich um ein Extrakt
handelt.
Und nicht etwa um was anderes ...). Wenn Du Dir den Zugang auf diese
Art
erarbeitet hast geht es an den nächsten Schritt: die
eigentliche Extraktion.
![]() |
Du
tust wahrscheinlich gut daran, wenn Du zunächst mal einige
Sitzungen machst auf
das Thema und Dir allgemeine Handlungsempfehlungen von Deinen
Verbündeten
holst: wie soll ich extrahieren?5
Denn auch dabei gibt es unzählige
Möglichkeiten und wohl oder übel wirst Du irgendwo
anfangen müssen und Dir
allmählich einen Überblick über die
Fülle Deiner
Möglichkeiten verschaffen.
Energetische Fremdkörper können sich – wie oben bereits angedeutet – auf verschiedensten Ebenen festhängen. Die alltägliche Verschmutzung der Aura, bei der sich an den äußeren Schichten irgendwelche Fremdartigkeiten anheften können, ist dabei die eher harmlosere Variante. Einfaches Abräuchern (Salbei, Wacholder, Beifuss), vertreiben mit einer lauten, scharfen Rassel, auch Wechselduschen (bzw. kaltes Duschen, gelegentlich mal Hände, Unterarme und Gesicht mit kaltem Wasser abwaschen) und dergleichen sollten solche Probleme lösen helfen. Wenn Eindringlinge sich den Namen verdienen, weil sie tiefer oder fester sitzen, dann musst Du wahrscheinlich auch etwas tiefer in die Trickkiste greifen. Ich stelle oft genug fest, dass ein Extrakt zunächst mal "gelöst" werden muss. Je länger ein Fremdwesen im Energiekörper des Klienten schmarotzt, desto fester kann es sich einnisten. In unserem Kulturkreis ist das fast die Regel: die meisten Menschen schleppen diverse extraktionswürdige Intarsien jahrelang (manchmal Jahrzehnte lang) mit sich rum. Manchmal kannst Du Erfolg haben mit einem puren Gewaltakt, und das Extrakt einfach ausreißen. Dafür verwende ich Drachenklauen oder dergleichen Techniken. Das machst Du am besten nur, wenn Du wirklich sicher bist, Deine Verbündeten das Ok geben und Du einen gezielten Griff für sowas hast. Kampfkunstpraxis kann da unter Umständen übrigens behilflich sein. Oft genug muss aber umsichtiger vorgegangen werden. Du kannst ein Extrakt heraussingen, herauslocken, herausschneiden, heraussaugen6 von den Verbündeten entfernen lassen und so weiter. Ich selbst habe für Extraktionen eine Rassel, die sich speziell dafür einsetzen lässt. |
Ein anderes Hilfsmittel, welches
oft zum Einsatz kommt, ist ein hölzerner Phurba, der mir vor
Jahren unter
einigen Besonderheiten "zugespielt" wurde. Wenn
Du einen
schamanischen Weg gehst werden sich früher oder
später ähnliche Kraftgegenstände
bei Dir einstellen. Ich kann mich
noch gut an eine ältere (laut Bericht knapp
hundertjährige) Schamanin der
sibirischen Tradition erinnern, die stolz ihre schamanischen
Hilfsgeräte
präsentierte: ein komplettes Set mit kleinen Feilen,
Nähnadeln, einer
Nagelschere und dergleichen. Es gibt da also keine
allgemeingültigen
Regeln. Wichtig ist natürlich, dass es letztlich nicht das
physische
Objekt oder dessen Erscheinungsbild ist, was Dir bei Deiner
Arbeit hilft,
sondern dessen geistige Kraft. Andere Hilfsmittel bekommst Du
vielleicht
nur in der Geisterwelt, ohne dass sie jemals eine physische
Entsprechung haben
- und die funktionieren genauso gut.
Wenn
das Extrakt aus dem Energiekörper entfernt ist stehst Du vor
dem nächsten
Problem: wohin damit? Einfach irgendwohin werfen ist sicher nicht die
beste
Idee. Abgesehen davon, dass der soeben extrahierte
Fremdkörper sofort
wieder an seinen gewohnten Platz zurückkehrt gibt es
da noch andere
Komplikationen: er kann auf Dich selbst oder andere Personen
im Raum
überspringen. Selbst wenn das nicht passiert verunreinigt es
die Energiestruktur
des jeweiligen Ortes, wo die Behandlung durchgeführt wird.
Auch das ist weder
irgendwem auf Dauer zuträglich noch sonst wie
wünschenswert.
Die Entsorgung
eines solchen Extraktes orientiert sich bei mir an folgender
Prämisse: irgendwo
in den Reichen der Wirklichkeiten wird es einen angestammten Sinn,
Platz und
Zweck für ein solches energetisches Konstrukt geben. Was das
Extrakt zu einem
solchen macht ist, dass es sich jetzt und hier zur falschen Zeit am
falschen
Ort - nämlich im Energiekörper oder
Lebensumfeld unseres Klienten –
befindet7.
Das macht es zu einem Schädling – und nicht etwa
seine
Existenz an sich. Die Frage nach der Entsorgung beinhaltet also die
Frage nach
dem "wo und in welcher Form gehört es hin". Für
gewöhnlich mache ich
aber keine schamanische Reise, um es dahin zurück zu bringen.
Diese Aufgabe
kannst Du getrost den Geistern überlassen (außer,
diese geben im Einzelfall
andere Anweisungen). Für Dich ist jetzt vor allem
wichtig, Abstand
zwischen Klient und Extrakt zu bekommen. Ein "Zurückspringen"
sowohl
auf den Klienten als auch auf andere Einnistmöglichkeiten muss
verhindert
werden. Eine einfache Version ist, das
Extrakt ins Feuer zu
übergeben. Du musst natürlich mit
dem Feuergeist gut gestellt sein - ich
würde nicht empfehlen, einfach allen Müll ins Feuer
zu werfen und zu hoffen,
dass es damit getan ist. Jede Art von Geist, kann (zu Recht) ordentlich
krätzig
werden, insbesondere wenn er im schamanischen Kontext als
mächtiger Elementar -
Geist missachtet wird. Ganz in meiner Nähe fließt
die Isar vorbei. Ein
Wesen, welches mir immer wieder die Entsorgung diversester
"Kleinteile", die beim Schamanisieren
anfallen, abnimmt.
Auch so etwas sollte natürlich abgesprochen sein. Es zeugt
nicht unbedingt
von guten Manieren, alles Mögliche in jeden beliebigen
Flusslauf zu kippen -
ganz egal ob dies in der alltäglichen oder
nichtalltäglichen Wirklichkeit
stattfindet. Verschiedene kleine Gegenstände
können bei Extraktionen als
Geisterfallen eingesetzt werden. Unmittelbar nach der Entfernung kann
das
Extrakt in solche Gegenstände eingeschlossen und sicher
verwahrt werden. Du kannst
Deine Verbündeten befragen, wie die weitere Entsorgung - in
der Regel vermutlich
Rückgabe des Gegenstandes an die Natur - zu erfolgen
hat.
Das
Stichwort "Geisterfalle" wird Dir vielleicht schon andernorts
begegnet sein oder noch begegnen. Es macht den
Anschein einer weit
verbreiteten Technik, die im schamanischen Kontext immer
wieder auftaucht.
Als Geisterfalle kann Dir alles Mögliche dienen:
Pflanzenteile, Steine,
Hölzer und Wurzeln, kleine Stoffstückchen
und dergleichen. Soweit mir
bekannt ist, werden im südamerikanischen Raum
häufiger Tabakfallen verwendet.
Neben der Idee, ein sicheres Behältnis für
energetische Fremdkörper zu haben
können solche Hilfsmittel auch für die Extraktion
selbst eingesetzt
werden. Die Idee der Tabakfallen ist, dass manche Geister
Tabak lieben und
davon gleichsam magisch angezogen werden. Das wird gern
ausgenutzt, indem
Tabak als Köder auf die betroffenen Körperstellen
aufgelegt wird und dann die
fremdartigen Geister dort regelrecht hinein gelockt werden.
Vergleichbares geht
natürlich auch mit anderen Pflanzen - es obliegt Dir selbst,
Deine Heil- und
Kraftpflanzen zu finden, die für solche Arbeiten behilflich
sein können. Manche
Leute werden mit solchen Techniken zu
regelrechten Spezialisten.
Es kann gut sein, dass Du, um die Pflanzengeister und
deren
Einsatzmöglichkeiten bei Extraktionen effizient anzuwenden,
gut studieren musst,
um damit bodenfest zu werden. Neben dem üblichen Weg - befrag
den Pflanzengeist
selbst - können Dir dabei auch alte (oder neue)
Kräuterbücher behilflich sein,
die oft genug viel verstecktes schamanisches Wissen über diese
Geister
beinhalten.
Damit
kommen wir zur Tsentsak- oder "Geisterpfeil" – Technik, die
ich
kurz andeuten möchte. Geisterpfeile
sind einfach
gesagt Hilfsgeister,
die Du bei ausreichend Praxis und Geduld im Laufe der Zeit
rekrutieren
kannst. Harner beschreibt eine mögliche Technik, die Dir als
Grundgerüst dienen
kann, aber wenn Du guten Kontakt zu Deinen Geistern hast wirst
Du
problemlos (oder vielleicht auch mal nicht so problemlos) Deine eigenen
Wege
finden. Die Technik ist stark: je mehr Hilfsgeister dieser Art
Du
zur
Verfügung hast, desto effizienter wird Deine Extraktions- und
überhaupt
Behandlungsmethodik werden. Das Spektrum
der Möglichkeiten,
denen Du mit
schamanischen Techniken beikommen kannst, wächst mit
jedem Geisterpfeil,
den Du Deinem Arsenal hinzugefügt hast.
Das Ganze
ist natürlich nicht so leicht, wie es sich anlesen mag. Man
braucht für
gewöhnlich einige Jahre, einen größeren
Trupp solcher Hilfsgeister zusammen zu
stellen. Jeder Einzelne braucht seine Zeit und ich kann nur empfehlen,
umsichtig vorzugehen, langsam und nichts zu
überstürzen. Manche dieser
Geisterpfeile sind störrisch und teilweise sogar
gefährlich. Sie müssen
regelrecht gezähmt werden, bevor sie Dir mit
ihrer Kraft zur Seite
stehen.
In
der Anwendung kannst Du zum Beispiel so vorgehen: zunächst
versuchst
Du, das Extrakt zu identifizieren und zu einem klaren Gefühl
und
Blick dafür zu kommen. Dann durchforstest Du Dein
Geisterpfeil - Arsenal,
um einen zu finden, der dem Extrakt möglichst ähnlich
ist8.
Allgemein: Klientenarbeit mit Seidh ist fortgeschrittene
Arbeit. Neben schamanischer Erfahrung brauchst Du einen guten Kontakt
zu Deinen
Verbündeten und solltest Dir Deiner eigenen Kraft
einigermaßen gewiss sein. Ein
Extrakt fasst Du bitte niemals mit bloßen Händen an,
auch „nur visionär“ nicht!
Krankheitsgeister sind meiner Einschätzung und Erfahrung nach
fast immer
ansteckend. Ich habe selbst einige Erfahrungen in dieser Richtung
machen
müssen, bis ich meine Lektionen dazu gelernt hatte. Du wirst
natürlich ebenso
Deine eigenen Erfahrungen machen ;-) aber es kann trotzdem nicht
schaden, auf
den Sachverhalt hin zu weisen. Das mindeste ist die spürbare
Präsenz Deines
Schutzgeistes. Du solltest selbst auch gesund und kraftvoll sein. Wenn
Du Dich
irgendwie geschwächt, ausgelaugt oder sonstiger Art
angeschlagen fühlst
verschiebst Du besser den Termin. Ein imaginierter Schutzkreis um den
Klienten
genauso wie um Dich selbst kann hilfreich sein. Bevor Du irgendetwas
anfasst
packst Du Dich am besten ordentlich ein. Imagination von Handschuhen
und
Schutzkittel ist da das mindeste. Du kannst Dich auch in die Kraft
Deines
Schutzgeistes hüllen (und ich hoffe, Du machst ab und an
Tiertänze, die Dir
ganz gut beibringen können, wie Du so etwas bewerkstelligen
kannst). Im Übrigen
werden auch Hilfsgeister Dir auf diese Art behilflich sein und
können
tatsächlich regelrechte Schutzschilde bilden, an denen so
leicht nichts vorbei
kommt. Schamanengewand und Kopfschmuck sind Arbeitsgeräte, die
sehr viel mehr
bewirken, als nur zum Kostümball zu taugen. Es wird allerdings
einige Jahre
dauern, bis Du solche wirklich machtvollen Kraftgegenstände
Dein Eigen nennen
kannst. Die Geister werden Dir den Weg dahin zeigen, wenn das etwas
für Dich
ist. Nach Extraktionen solltest Du Dich gut reinigen. Die
Hände über eine Kerzenflamme
halten, räuchern mit reinigenden Kräutern etc.-
ich gehe davon aus, dass Du dazu keine detaillierten
Anweisungen
brauchst. Denn Du bist ja fortgeschritten, sonst würdest Du
sicherlich keine
Klientensitzungen dieser Art machen. Oder?
Zu guter Letzt ist es vielleicht angeraten, Dich ab und an
bei einem schamanischen Kollegen Deines Vertrauens gründlich
untersuchen zu
lassen. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Man kann immer
was
übersehen. Es ist absolut keine „Schande“,
zeugt von
„schamanischer Schwäche“
oder ähnlichem Quatsch, sich durch Supervision die eigenen
blinden
Flecken in
Augenschein nehmen zu lassen oder eine Reinigung des eigenen
Energiekörpers in
Anspruch zu nehmen. So etwas zeugt von Verantwortungsbewusstsein Dir
selbst und Deinen Klienten gegenüber – und hat
demgemäß mit Schwäche nichts zu tun.
© Frank Röpti, München: Juni 2010
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1 Siehe auch beispielsweise Uccusic (2000)
2 Beachte
dazu den Begriff "Gnosis" als eine alte Religionsform
in Griechenland. Siehe Mead (2008), interessant sind seine rekonstruierten Hinweis
auf eine
"Geheimgesellschaft" spiritueller Art, die sich
"Therapeuten" nannte.
6
Saugeextraktion
ist ausschließlich was für Experten. Wenn Dir Deine
Geister nicht explizit dafür
grünes Licht geben: lass es!
8
Ah
ja. Die Naturheilkundler und insbesondere die, die sich schon mal mit
Homöopathie befasst haben, sollten spätestens an
dieser Stelle aufmerken.
„Ähnliches soll mit ähnlichem geheilt
werden!“ ist der wichtigste Lehrsatz der
Homöopathie. Und diese Analogie ist meiner
Einschätzung nach kein Zufall. Tatsächlich
kannst Du homöopathische Mittel natürlich auch als
Hilfsgeister rekrutieren. In
den Materia Medica kannst Du Dir extremstes Detailwissen über
Deinen Hilfsgeist
aneignen. Die MM beschreibt aus einem anderem Blickwinkel
Krankheitsgeister in
Reinkultur. Betrachte zum Beispiel Vithoulkas „Essenzen
homöopathischer
Arzneimittelbilder“ unter diesem Gesichtspunkt und ich
verspreche Dir einige
überraschende Aha – Effekte.
Freilich
sollte der homöopathische Ansatz nicht mit dem schamanischen
gleich gesetzt
werden. Ein Homöopath ist nicht automatisch auch Schamane
– und ein Schamane
kein Homöopath.
9 An der Stelle wird deutlich, warum diese Art Hilfsgeister als „Pfeile“ bezeichnet werden. Hier auch die Bemerkung, dass sich diese Wesen nicht nur für schamanisches Heilen einsetzen lassen – sondern auch für das „Gegenteil“. Aus Südamerika kommt mir da so einiges zu Ohren. Dort schlagen sich manche Schamanen regelrecht die Köpfe ein, indem sie ihre Geisterpfeile aufeinanderhetzen, um dem jeweiligen Kontrahenten zu schaden. Absichtlich schreibe ich nichts genaueres zu derartigen Vorgehensweisen. Man sollte zwar vorsichtig sein mit Beurteilungen a´ „das ist aber böse / schwarze Magie, was die da machen“ – denn die dortigen Lebensbedingungen und die Gründe für solche Auseinandersetzungen können wir kaum nachvollziehen. Wie dem auch sei: ich hoffe Du hast besseres zu tun, als Dich auf solche „Raufereien“ einzulassen! Echte Geisterpfeile können massive Schäden machen und akute Krankheiten - Lungenentzündungen mit hohem Fieber z.B. - sind da eher die harmlose Variante.
Bildnachweis
Adrian
Osswald - "Extraktion"